Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:04 Uhr HR2

Feature

That"s Entertainment - Hans Joachim Kulenkampff | Karin Köbernick Zur Fernsehunterhaltung sei er nur aus "Feigheit" gekommen, um seine Familie ernähren zu können, gestand Hans-Joachim Kulenkampff wiederholt in Interviews. Sein eigentliches Metier war das Theater. Und dennoch hat der Bühnenschauspieler als berühmter Showmaster Fernseh- und natürlich auch Radiogeschichte geschrieben.

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel

Torejagd auf zwei Rädern Traditionssport Radball Von Andre Zantow Die Steinmeier-Brüder waren die letzten deutschen WM-Gewinner im Radball, über deren Sieg in den 80er-Jahren noch groß in einer ZDF-Sondersendung berichtet wurde. Seitdem kommt das Hallen-Spektakel in der TV-Berichterstattung kaum noch vor. Obwohl Radball weiterhin vor allem in den ländlichen Regionen Deutschlands beliebt und erfolgreich ist, geprägt durch großes ehrenamtliches Engagement, Herzblut für den Sport und lange Familientraditionen. Entstanden aus dem Kunstradfahren in den USA, schossen Anfang des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa Radball-Vereine aus dem Boden. Eine Sportart, die viel Kraft, Geschicklichkeit und schnelles Denken erfordert, um den kleinen Ball mit dem Rad ins gegnerische Tor zu schießen.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Der sich langsam etwas seltsam entwickelnde Kongress der Thanatologen Von Nis-Momme Stockmann, Charlotte Simon, Toben Piel Regie: Nis-Momme Stockmann, Charlotte Simon, Toben Piel, Les Trucs Mit: Joy Maria Bai, Moritz Grove, Franziska Machens, Anne Tismer, Leon Ullrich, Herbert Fritsch, Charlotte Simon, Toben Piel, Sebastian Löffler, Nis-Momme Stockmann Komposition: Les Trucs Ton und Technik: Sebastian Löffler Produktion: NDR 2020 Länge: 89"12 Der 125. Kongress der deutschsprachigen Thanatologen. Jubiläumsthema: "Die Zukunft der Trauermusik". Eine Hörspiel-Satire über den Tod und den Wissenschaftsbetrieb. Wir befinden uns auf dem 125. Kongress der deutschsprachigen Thanatologen. Handlungsort dieser Fachtagung: Die Turnhalle der Geschwister-Scholl-Grundschule Olsberg im Hochsauerlandkreis. Das mittelrunde Jubiläum wird - erstmalig - mit einem musikalischen Schwerpunkt gefeiert: "Die Zukunft der Trauermusik". Wie sehr das Thema Tod gesellschaftlich nivelliert wird, zeigt sich auch in diesem Bereich wieder einmal eindrucksvoll: Während sogar Flughäfen oder Fahrstühle auf umfangreiche musikalische Kataloge verweisen können, hat die Musik für den menschlichen Beisetzungsakt innerhalb der vergangen 200 Jahre kaum nennenswerte Impulse erfahren. "Um diese entscheidende Komponente für ein ästhetisch-erhebendes Trauerritual zu befruchten", so verkündet der Leiter der Thanatologischen Gesellschaft in seiner Eröffnungsrede mit gehörigem Stolz, wird am Ende des Kongresses in Kooperation mit der "Thanatologie heute" der Innovationspreis "Trauermusik" vergeben: "Denn das konkrete Ereignis der Bestattung ist die Maske des Todes, der Schlüssel zum Tor seines Denkraums, die Pforte zu ihm als Kulturpraxis." Doch noch bevor es nach einem wirklich langen Intro richtig losgehen könnte, sorgt ein Projektil für den vorläufigen Höhepunkt: der Mord an Professor Sebersdorsch-Malzhausen auf offener Bühne. Nis-Momme Stockmann, geb. 1981 auf der Nordseeinsel Föhr, studierte Sprache und Kultur Tibets in Hamburg und Szenisches Schreiben in Berlin. Er schreibt Dramen, Hörspiele, Lyrik und Prosa. Sein Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt und an Theatern im In- und Ausland aufgeführt. Les Trucs ist ein Musik- und Performance-Duo aus Frankfurt am Main, bestehend aus Charlotte Simon und Toben Piel. Seit 2008 bearbeiten sie gemeinsam die Schnittstelle von Komposition, musikalischem Happening und theatraler Inszenierung mittels elektronischer Instrumente, Gesang und Choreografie. Der sich langsam etwas seltsam entwickelnde Kongress der Thanatologen

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Gott ist tot. Wirklich! Von Mithu Sanyal Der Messias ist zurück. Oder? Ruth Kohn: Christin Marquitan Peter Mehta: Andreas Grothgar Tweed: Charles Matthew Rouse Exorzistin: Elena Schmidt Giulia: Janina Sachau Prof. Kronos: Peter Groeger Polizist: Martin Zuhr Miranda: Hedi Kriegeskotte Mann: Jean Paul Baeck Kurator: Louis Friedemann Thiele Presenter / Alien 1 und 2 / Werbung / Telefonstimme / Pförtner / Nachrichten: Martin Bross Frau: Ulrike Schwab Regie: Martin Zylka Produktion: WDR 2015

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

"Das Letzte" das 28. Solo von Lukas Resetarits Gestaltung: Silvia Lahner DAS LETZTE ist nur der Titel des neuen Stücks vom alten Gaukler. Meist folgt darauf in der Tourneebranche "Das Allerletzte", gefolgt von "Das Allerallerletzte" "Das Aberjetztwirklich ..." bis zum Nachruf ... Soweit will es Lukas Resetarits aber nicht kommen lassen. Er sagt "weida geht"s, trotz Corona!" Auch diesmal wird es wieder um Alles gehen: Letzte Dinge, Worte, Taten. Aussterbende Tiere wie Eisbär, Wiesengrasmücke, oder die getüpfelte Hirschziegenantilope, ein dreifach Wesen! Aber auch um nicht Unterbietbares in Politik, Medien und Internet soll nicht fehlen. Ebenso, wie Superlative im Negativen, Fake News, Message Control und dumme Lügen. Für sein 28. Solostück hat sich Lukas Resetarits sehr viel vorgenommen - weils eben NICHT WURSCHT ist!!"

Sonntag 19:19 Uhr SWR2

SWR2 Jazz

The Dreamer - Gary McFarlands superbe Arrangements Von Gerd Filtgen Traumhafte Kompositionen und Arrangements waren sein Markenzeichen. In den 1960er-Jahren eilte dem aus Los Angeles stammenden Vibrafonisten Gary McFarland (1933 - 1971) der Ruf voraus, dass er mit seinen schöpferischen Einfällen die Ausdrucksfülle prominenter Jazzmusiker intensivierte. Das demonstrierte der talentierte Newcomer mit seinem Orchester auf zahlreichen Alben. Darunter findet man Jazz-Pretiosen wie die sensiblen musikalischen Aufnahmen mit der Sängerin Anita O"Day, die Big-Band-Bossa-Nova-Projekte des Saxofonisten Stan Getz sowie Sessions mit den Pianisten Bill Evans und Steve Kuhn. Gary McFarland: Weep / CD: Gerry Mulligan Presents A Concert In Jazz Gerry Mulligan, Baritonsaxofon Horace Silver: Senor Blues / CD: Anita O"Day - All The Sad Young Men Anita O"Day, Gesang Abe Burrows, Frank Loesser: How to Succeed in Business without really Trying / CD: The Gary McFarland Orchestra Gary McFarland, Vibrafon Gary McFarland: Balanco no Samba (Street Dance) / CD: Stan Getz - Big Band Bossa Nova Stan Getz, Tenorsaxofon Charlie Byrd, Gitarre Gary McFarland: Three Patterns / CD: The Gary McFarland Orchestra Gary McFarland, Vibrafon Bill Evans, Klavier Gary McFarland: Sympatico / CD: Gary McFarland - Gabor Szabo - Sympathico Gabor Szabo, Gitarre Gary McFarland, Vibrafon Gary McFarland: St. Tropez Shuttle / CD: Steve Kuhn - Gary McFarland - October Suite Gary McFarland, Vibrafon Steve Kuhn, Klavier Gary McFarland: Suburbia: Two Poodles & A Plastic Jesus / CD: Gary McFarland - America The Beautiful, An Account Of its Disappearence Gary McFarland, Vibrafon

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Leeres Orchester Der weltverbessernde Effekt des Karaoke Von Manuel Gogos Regie: Thomas Wolfertz Produktion: Deutschlandfunk 2018 Im Sommer 1970 tingelt der junge Schlagzeuger Daisuke Inoue durch die japanische Provinz. Für saketrunkene Firmenchefs erfindet er das Mitsinggerät - einen rot-weißen Holzkasten mit Kassettenrecorder und Gitarrenverstärker - das Karaoke ist geboren. 1998 kommt Ron Rineck, gerade in New York karaokesüchtig geworden, nach Berlin. Mit seiner ersten eigenen Karaokemaschine schlägt der Punk voll in der Berliner Hausbesetzer-Szene ein. Heute lädt er in der Kult­Karaoke-Bar "Monster Ronsons Ichiban Karaoke" die Berliner Promiszene zum Chillout. Auf der ganzen Welt wird Karaoke (Japanisch für Leeres Orchester) gesungen: in den Szenetreffs von Hollywood und in den Slums von Südafrika. Mexikanerinnen sind nicht weniger verrückt danach als Finnen, wenn sie gerade beim Tango-Tanzen eine Pause einlegen. Karaoke singen New Yorker auf ihren Rooftop Parties ebenso wie Berlinerinnen im Mauerpark. Ob in Karaokebars oder beim Privatkaraoke zu Hause: Das Feature spürt jener schieren Lust nach, vor und mit anderen Menschen zu singen. Einer Lust, die auch gnadenlos sein kann. Leeres Orchester

Sonntag 20:55 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Diana Krall: "Love Scenes" (1997) Es beginnt mit einem Kontrabass-Solo, dann gesellt sich Diana Kralls Stimme hinzu: Alles oder gar nichts will sie, erfahren wir im Opener "All or Nothing at All". Entweder mit ganzem Herzen lieben oder es lieber sein lassen. Das gilt genauso für die Kunst. Halbe Sachen gelten nicht, wer mit einem Auge auf die Verkaufszahlen schielt, hat genau genommen in der Kunst nichts verloren. "Love Scenes" ist Diana Kralls viertes Studioalbum, 1997 erschien es noch bei ihrem ersten Label "Impulse!". Produzent war ihr Entdecker, die vor vier Jahren verstorbene Musikproduzenten-Legende Tommy LiPuma. Mit ihm hat Krall zuletzt am 2017 veröffentlichten Album mit dem beziehungsvollen Titel "Turn Up The Quiet" gearbeitet. 1997, so der Eindruck, entstand Kralls Musik noch aus der Stille und Suche heraus. Neugierig wurden die Möglichkeiten der Jazztrio-Besetzung Klavier, Gitarre und Bass erkundet, immer gleichberechtigt, aufmerksam hinhorchend. Krall zeigte nur ab und zu, was sie als Pianistin draufhat, überließ den beiden Begleitern das Feld und gab doch den Ton an. Raffiniertes Understatement, kühle Sinnlichkeit und perfektes Zusammenspiel zeichnen "Love Scenes" aus, die Arrangements sind reduziert. Die Kunst der Verführung besteht darin, dass nichts von der Verführung bemerkt wird. Später hat sich das bei Krall geändert. Das nächste Album erschien bei Verve, die Arrangements wurden orchestral, die Verkaufszahlen stiegen, die Musik wurde kommerzieller. "Love Scenes" erinnert an die vielversprechenden Anfänge der hoch begabten Jazzpianistin und Sängerin Diana Krall. Gestaltung: Mirjam Jessa

Sonntag 23:00 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

"Radio Utopia" von Toni Dimitrov. Der aus Mazedonien stammenden Künstler Toni Dimitrov entwickelt für das Ö1 Kunstradio eine Radio-Utopie, die die Kritik und die Degradierung der heutigen Gesellschaft im Kontext eines kapitalistischen Systems aufzeigt. Obwohl die Utopie und Dystopie als so alt wie die Literatur selbst angesehen werden können, werden sie als literarische Gattung immer noch vernachlässigt. Im Vergleich zur Philosophie und Wissenschaft sind sie unterschätzt, obwohl sie bedeutende philosophische Fragen bezüglich der Visionen für die Zukunft der Menschheit bereitstellen und ernsthafte Kritik am gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft und der Zeit üben, in der sie entstanden sind. All diese scheinbar ausgetüftelten und konstruierten Bilder der Zukunft, in denen sich Technologie und Wissenschaft vermischen, unbekannte Welten und verschiedene soziale Systeme, Optimismus und Pessimismus, existierende und nicht existierende, sind nicht nur eine Vorhersage der Zukunft, sondern auch eine Analyse und Kritik des gegenwärtigen Zustands und wohin sich die Gesellschaft entwickelt. Die Utopie prognostiziert nicht einfach die Zukunft, sondern zeigt auch alternative Wege der Entwicklung für die Gesellschaft auf. Und die Zukunft unserer "hoch entwickelten" Gesellschaft ist nicht so rosig. Wir können diese Frage auf verschiedenen Ebenen und in verschiedene Richtungen diskutieren, vor allem darüber, ob es eine neue Option für die Zukunft gibt. Was ist das perfekte System und ist es möglich, es zu realisieren? Wenn es möglich ist, warum wird es bis jetzt nicht in die Praxis umgesetzt? Corona ist zum einen eine Einführung in einen neuen Totalitarismus, zum anderen ein Potential für eine neue Utopie. Unter den Bedingungen von begrenzten Möglichkeiten und Ressourcen werden Menschen kreativ. Das haben wir aus eigener Erfahrung gesehen. Es wird auch empfohlen, Kindern so wenig Spielzeug wie möglich zu geben, um die Kreativität zu fördern. Ja, wir können zusammenarbeiten und eine bessere Gesellschaft schaffen. Es ist der Moment, in dem wir erkennen werden, wie viele Dinge im Leben wir nicht gebraucht hätten. Corona hat uns plastisch gezeigt, dass Zusammenarbeit möglich ist. Die Tragödie ist, dass wir solche Situationen des Bewusstseins und der Kooperation nur erleben, wenn wir dazu gezwungen werden. Empathie funktioniert nur, wenn eine Tragödie eintritt, eine Naturkatastrophe, wenn wir bedroht sind. So scheint alles wie ein bewusstseinserweiternder Paukenschlag zu sein, der das dringend benötigte Bewusstsein für eine bessere Welt schürt, für eine sozialistische Utopie, in der das Miteinander vorherrschen wird. Das Hörstück ist eine Antwort auf diesen systematischen Druck und ein Traum von einer besseren Welt. Von der technischen Seite her ist es ein Radiokunstwerk, eine Mischung aus selbst produzierter Musik, Feldaufnahmen, die in meinem Hinterhof während der Quarantäne aufgenommen wurden, und Aufnahmen von gelesenen utopischen Beispielen, Literatur, Theorie ... Es ist eine Inspiration für das, was wir anstreben, eine bessere Welt, die Vorstellung einer Utopie unter den Bedingungen des Lebens in einer Dystopie.

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